02.02.2026 Aussteller kündigen an

Industriestrompreis umsetzen: geförderte Mengen sauber steuern und berichten

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Auf der E‑world zeigt eTools Portfolios, wie Industrieunternehmen den in Deutschland diskutierten Industriestrompreis in bestehende Beschaffungsstrukturen integrieren – mit klarer Trennung geförderter und nicht geförderter Mengen, Year-Ahead-Bewirtschaftung und transparentem Reporting der Ausgleichszahlung.

Nach den aktuell diskutierten Grundannahmen könnte ein marktbasierter Referenzpreis (voraussichtlich am Year-Ahead orientiert) die Basis bilden, um für bestimmte Industriekunden für rund 50 % ihres Verbrauchs eine Ausgleichszahlung auf einen politisch festgelegten Zielpreis zu leisten (genannt werden Größenordnungen um 50 €/MWh). Für Unternehmen, die bereits strategisches Portfolio-Management im Stromeinkauf betreiben, entsteht damit weniger eine Vereinfachung als eine zusätzliche Aufgabe: Die Förderlogik muss technisch sauber abgebildet, strategisch bewirtschaftet und transparent ausgewiesen werden.

Denn die Annahme, man könne sich bei einer geförderten Menge von 50 % den strategischen Energieeinkauf sparen, greift zu kurz. Wenn sich die Kompensation am Year-Ahead-Preis orientiert, muss genau dieser Referenzpreis aktiv gemanagt werden – ebenso wie die verbleibende Menge. Industriestrompreis bedeutet damit nicht „weniger Portfoliomanagement“, sondern „Portfoliomanagement plus“: Neben Beschaffung, Risiko- und Preissteuerung kommt eine zusätzliche Preis- und Ausgleichsebene hinzu, die im Unternehmen nachvollziehbar sein und gegenüber Stakeholdern belastbar berichtet werden muss.

eTools Portfolios setzt an der Schnittstelle zwischen politischem Modell und operativer Umsetzung an. Das zentrale Prinzip: Zählpunkte (konkrete Verbrauchsstellen) lassen sich regelbasiert in Teilmengen aufteilen. Für den Industriestrompreis kann ein Zählpunkt beispielsweise in 50 % förderfähige Menge und 50 % nicht geförderte Menge gesplittet werden. Der förderfähige Anteil wird einem eigenen Managing-Portfolio zugeordnet und erhält eine Strategie zur Bewirtschaftung des Referenzpreises, z. B. als strukturierte Eindeckung über einen definierten Zeitraum – beispielhaft vom 01.01.2026 bis 31.12.2026 für das Lieferjahr 2027. Die übrigen 50 % laufen parallel in der bisherigen Beschaffungsstrategie weiter.

Das ist entscheidend, weil industrielle Beschaffung selten aus einem einzigen Vertrag besteht. In der Praxis sind es Bündel aus Liefer- und Finanzverträgen, Tranchenmodellen, Eigenverbrauch und Direktbezug. eTools Portfolios bildet diese Strukturen ab: Verträge werden gebündelt, Strategien definiert und Zählpunkte den Strategien zugeordnet. Wo es nötig ist – wie beim Industriestrompreis – werden Zählpunkte in Teilmengen aufgeteilt, sodass jede Teilmenge in die passende Strategie fließt.

Ein zentraler Mehrwert ist die Abbildung der Ausgleichszahlung im selben System. In eTools Portfolios kann auf derselben Megawattstunde eine zusätzliche Betrachtungsebene („Layer“) geführt werden. Damit lässt sich neben dem Energiepreis eine zusätzliche Bepreisung hinterlegen – bei Bedarf formelbasiert. Für den Industriestrompreis kann der Ausgleichsbetrag als Differenz zwischen Referenzpreis und Zielpreis abgebildet werden (Referenzpreis – Zielpreis = Ausgleichspreis). Unternehmen können Energiekosten und erwartete Ausgleichszahlungen nachvollziehen und getrennt ausweisen – ohne Nebenrechnungen außerhalb des Portfolios.

Im Reporting spielt das System seine Stärken aus: Auswertungen lassen sich über alle Standorte oder nur über jene erstellen, die vom Industriestrompreis profitieren. Energiepreis, Gesamtpreis und Ausgleichszahlungen können getrennt dargestellt, aggregiert und konsistent dokumentiert werden – transparent, steuerbar und auditfähig.

So wird eine potenziell komplexe Förderlogik zum integrierten Bestandteil des Portfoliomanagements – und strategischer Energieeinkauf bleibt die Grundlage, um einen Industriestrompreis korrekt und wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen.