Die Energiewirtschaft folgt eigenen Regeln. Wer hier beraten will, braucht Fokus, Delivery-Kompetenz und echte End-to-End-Verantwortung. Warum klassisches Consulting scheitert – und welche 5 Prinzipien über Erfolg bei Energieversorgern entscheiden.
Die Energiewirtschaft gehört zu den anspruchsvollsten Beratungsmärkten in Deutschland. Digitalisierung, Dezentralisierung, Regulatorik, Kostendruck sowie steigende Cyberrisiken erhöhen den Transformationsdruck auf Energieversorger massiv. Viele Beratungen scheitern hier nicht am Fachwissen, sondern daran, dass sie die Marktlogik falsch einschätzen: Der Energiesektor folgt anderen Regeln als klassische Industrie- oder IT-Märkte.
Wer heute ein Beratungsunternehmen in der Energiewirtschaft gründet, braucht mehr als einen guten Markteintritt. Entscheidend ist eine Roadmap, die operative Realität, Delivery und Vertrauen bei großen Kunden abbildet.
Roadmap: 5 Prinzipien, die in der Praxis über Erfolg entscheiden
Marktlogik verstehen: Energie ist kein „normales Consulting-Spiel“
Energieversorger arbeiten oft in systemkritischen Prozessen, unter regulatorischer Aufsicht und mit historisch gewachsenen Strukturen. Entscheidungen dauern länger, Stakeholder sind komplex, und Fehler wirken sich nicht nur finanziell, sondern auch reputativ aus. Wer das unterschätzt, verliert schnell Anschluss.
Fokus statt Bauchladen: Spezialisierung schlägt Generalismus„Wir machen Digitalisierung“ reicht nicht. Relevanz entsteht durch klare Spezialisierung, z. B. in SAP Utilities, FI-CA, Marktkommunikation oder S/4HANA-Transformation. Gewinner sind nicht die Lautesten, sondern die, die ein konkretes Problem messbar lösen.
Delivery vor Folien: Umsetzungskompetenz ist das neue VerkaufsargumentStrategie allein trägt nicht weit. Der Markt fragt nicht mehr „Wie sieht die Zielarchitektur aus?“, sondern: „Wie kommen wir sicher und termingerecht dorthin – ohne das operative Geschäft zu gefährden?“ Typischer Fehler: Start mit Konzepten ohne belastbares Operating Model (Übergaben, Quality Gates, Risiko-Steuerung).
Kritische Systeme ernst nehmen: SAP, Marktkommunikation, IT/OT
Die größten Probleme entstehen selten an der Oberfläche, sondern an Übergängen: Integration, Schnittstellen, Verantwortungsgrenzen und Betriebssichereit. Besonders kritisch sind SAP-Kernprozesse, Marktkommunikation und die zunehmende Verzahnung von IT und OT/SCADA. Hier entscheidet sich, ob ein Projekt stabil läuft oder eskaliert.
Strukturen und Team als Kernprozess: Skalierung ist kein ZufallWer wachsen will, muss Recruiting, Weiterbildung und Qualitätsstandards früh als Kernprozess verankern. Ebenso wichtig sind klare Strukturen in Sales, Marketing und Delivery Governance. Ohne diese Basis wird Wachstum schnell unkontrollierbar – und Großkunden verlieren Vertrauen.
Was große Energieunternehmen heute wirklich erwarten
Energieversorger suchen keine „schönen Folien“, sondern verlässliche Umsetzung. Gefragt sind Partner, die komplexe Systeme verstehen, Risiken früh erkennen, im Alltag lieferfähig sind und Verantwortung end-to-end übernehmen können.
Fazit: Ohne Fokus, Delivery und Verantwortung wird man nicht bestehen
Unsere klare Einschätzung: Ohne unternehmerische Kompetenz, interne Strukturen professionell aufzubauen, ohne Umsetzungskraft, ohne energie-spezifische Spezialisierung und ohne belastbare End-to-End-Verantwortung wird man bei großen Energieunternehmen nicht bestehen – egal wie überzeugend das Pitch Deck ist.